Das kleine Lexikon der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

 

Ursprüngliche Bedeutung

Der Begriff "Nachhaltigkeit" stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Nachhaltigkeit bedeutet, dass man nicht mehr ernten soll, als in der Natur nachwachsen kann bzw. man die ökologischen, ökonomischen und sozialen Systeme unserer Welt nicht mehr beanspruchen soll als nötig, damit sich diese Systeme auch selbst wieder regenerieren können. Man bezeichnet diesen Denkansatz auch als „Beachtung von Produktions- und Erholungskapazitäten“. Die vorhandenen Systeme sollen nicht ausgebeutet werden, so dass auch unsere nachfolgenden Generationen noch die Möglichkeit haben, in diesen Systemen zu leben und die vorhandenen Ressourcen zu nutzen.

 

Bei der Nachhaltigkeit unterscheidet man drei Dimensionen – die ökologische, die ökonomische und die soziale Nachhaltigkeit.

 

Ökologische Nachhaltigkeit

Um die Welt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten, darf sie nicht über ihre Regenerationsfähigkeit hinaus beansprucht werden. Dies bedeutet, dass im Hinblick auf die natürlichen Ressourcen nur so viel verbraucht werden darf, wie in derselben Zeit nachwächst. Nur so ist es möglich, Flora und Fauna samt aller Lebensräume und mit der gesamten Artenvielfalt langfristig zu erhalten. Vor allem hinsichtlich der Nutzung natürlicher Rohstoffe ist die Nachhaltigkeit derzeit absolut nicht sichergestellt – der Ressourcenverbrauch liegt deutlich über der natürlichen Regenerationsfähigkeit der Erde.

 

Ökonomische Nachhaltigkeit

Für alle Menschen dieser Erde soll sichergestellt sein, dass durch die Art und Weise des Wirtschaftens auch langfristig Erwerb und Wohlstand gesichert werden können.

 

Soziale Nachhaltigkeit

Im Fokus steht hier der Erhalt einer auch in Zukunft noch lebenswerten Gemeinschaft, in welcher alle Mitglieder die gleichen Rechte, Pflichten und Einflussmöglichkeiten haben.


Näheres dazu wird auch in den Nachhaltigkeitszielen (SDGs bzw. Sustainable Development Goals) erläutert.

Nachhaltigkeitsziele - 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

(SGDs oder Sustainable Development Goals)

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Armut in allen ihren Formen und überall beenden

angemessene Löhne und Gehälter, reguläre Arbeitszeiten, Sozialleistungen, Zusammenarbeit mit Gesellschaft/ Behörden/Partnern zur Stärkung und Belebung von Infrastruktur und Kommunen, soziales Engagement, ...

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Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

innovatives Saatgut, innovative Pflanzenschutz- und Düngemittel zur Sicherung und Steigerung umweltverträglicher und ressourcenschonender Ernten, mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Nahrungsmittel zur Vorbeugung von Mangelernährung, Zusatzstoffe zur Erhöhung der Haltbarkeit von Lebensmitteln, …

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Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

neue Medikamenten und Therapien zur Behandlung von Krankheiten, Maßnahmen zur Steigerung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, betriebliches Gesundheitsmanagement, Wissenstransfer für eine sichere Produktion, …

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Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Förderung von Bildung zur Verbesserung der Qualifikation vorhandener und zukünftiger Mitarbeiter/innen, Ausbildung und Weiterqualifizierung, gesellschaftliches Engagement zur Förderung junger Menschen mit schlechten Startbedingungen, …

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Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Schaffung/Förderung von Vielfalt, Chancen- und Geschlechtergleichheit, familienfreundliche Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsmodelle, …

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Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Trinkwasseraufbereitung und -entsalzung, verantwortungsbewusster Umgang mit Wasser, bezahlbare und für jeden zugängliche Wasseraufbereitungstechnologien auch in weniger entwickelten Regionen, …

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Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Optimierung der Energieeffizienz, Klimaschutzziele, Produkte/ Technologien für die Speicherung erneuerbarer Energien und den Ausbau einer Erneuerbaren-Energien-Infrastruktur, Wind- und Solarenergie, Materialien/Technologien für eine sparsame Energienutzung, …

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Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Achtung von Arbeitsstandards/-normen und Menschenrechten an allen Standorten, Lieferkettenmanagement auf Basis anerkannter Standards, Integration von Nachhaltigkeit in Unternehmens-/ Geschäftsprozesse, sichere Produktion, …

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Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Integration von Nachhaltigkeit in den Innovationsprozess, Produkte für eine belastbare und langlebige Infrastruktur (Gebäude, Energie, Abwasser, Kommunikation, Transport), Kooperationen mit anderen Branchen, effiziente Nutzung von Energie, Rohstoffen,   Nebenprodukten etc., um Abfälle zu reduzieren, ...

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Ungleichheit in und zwischen Längern verringern

faire Bezahlung, Arbeits-, Sozial- und Sicherheits- und Schutzstandards, ...

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Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Gebäude, öffentlichen Nachverkehr und die Infrastruktur effizienter und langlebiger machen, nachhaltigere Gestaltung von Städten, …

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Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

in der Wertschöpfungskette die Qualität und Effizienz der Produktionsprozesse erhöhen, nachhaltiges Management von Materialien/Rohstoffen, Nachhaltigkeit von Rohstoffen sichern (z.B. bei Palmöl), ...

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Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Effektiver Klimaschutz, international und national, Engagement jedes Einzelnen, Engagement der gesamten Weltgesellschaft, ...

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Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Meeresverschmutzung – insbesondere durch Kunststoffe – verringern, recyclefähige Produkte, Sammlung von Abfällen und die Entwicklung einer zirkulären Wirtschaft, …

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Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Verringerung von negativen Auswirkungen eigener Prozesse und Produkte auf die Umwelt, Integration von Nachhaltigkeit in den Innovationsprozess für nachhaltige Produktionsprozesse und Produkte, …

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Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

ethische Standards über die gesamte Lieferkette, verbindliche unternehmensinterne Werte/Codes of Conduct/Compliance-Regeln, …

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Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Zusammenarbeit mit Abnehmerbranchen, Regierungsorganisationen, NGOs etc. sowie Engagement in Netzwerken zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung, ...

Wesentlichkeitsanalyse

 

Die Wesentlichkeitsanalyse ist eine strategische Herangehensweise an die Ergebnisse Ihres Nachhaltigkeits-Checks. Sie nehmen sich gezielt jedes einzelne Thema aus Ihrem Nachhaltigkeits-Check vor und prüfen, ob es für die Umsetzung Ihres Projektes „Nachhaltiges Unternehmen“ relevant bzw. unabdingbar ist.

 

Es wird hierbei lediglich gewichtet, ob die einzelnen Punkte und Themen für Sie und Ihr Unternehmen von wesentlicher Bedeutung sind oder nicht, wenn es darum geht, Ihr Unternehmen nachhaltig umzubauen.

 

Legen Sie vorher – bestenfalls gemeinsam mit den an Ihrem Projekt beteiligten Mitarbeitern – fest, was Sie unter dem Begriff „wesentlich“ verstehen. Das hilft bei der Einteilung der Ergebnisse aus dem Nachhaltigkeits-Check.

 

Ist etwas „wesentlich“, weil es auf z. B. gesetzlichen Anforderungen basiert oder weil es ein Teil Ihrer Unternehmensphilosophie ist? Ist etwas „nicht wesentlich“, weil es für Ihre Branche oder Ihr Unternehmen keine Gültigkeit hat oder weil Sie entscheiden, dass es für die Umsetzung Ihres Projektes derzeit noch nicht machbar oder erforderlich ist.

 

Das muss vor dem Beginn Ihrer Arbeit an der Wesentlichkeitsanalyse klar sein.

 

Es gibt hierbei auch keine allgemeingültige Herangehensweise – die Durchführung der Wesentlichkeitsanalyse basiert zum einen auf Ihrer Definition des Begriffes „wesentlich“ und zum anderen darauf, welchen Detaillierungsgrad Sie zugrunde legen.

 

Eine Wesentlichkeitsanalyse sollte nicht nur als Outside-In-Betrachtung durchgeführt werden. Denn dabei werden nur die Auswirkungen von Umwelt- oder sozialen Entwicklungen auf das Unternehmen betrachtet.

 

Viel wichtiger ist der Inside-Out-Betrachtungswinkel, bei dem überprüft wird, welche Auswirkungen die Aktivitäten und Produkte des Unternehmens auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft haben.

 

Denken Sie an die zu Beginn dieses eBooks aufgeführten Nachhaltigkeitsziele – denn diese spiegeln genau den o. g. Ansatz „Inside-Out und Outside-In“ wider.

 

Erfassen Sie alle Punkte in einer Liste oder einer grafischen Übersicht – die Wahl liegt bei Ihnen. Ich persönlich bevorzuge für Auswertungen meist grafische Darstellungen.

 

Hinterfragen Sie dabei immer, ob der jeweilige Punkt wirklich wichtig im Hinblick auf das angestrebte Ergebnis, am Ende ein nachhaltiges Unternehmen zu haben, ist. Oder kann man diesen Punkt getrost „vergessen“ oder zurückstellen, weil er sich vielleicht bei Ihrer geringen Unternehmensgröße oder zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht umsetzen ließe?

to be continued...